Liquid Selbst mischen: Die Anleitung

Es gibt zahlreiche Gründe, bei der Herstellung von Liquid selbst Hand anzulegen. Auch wenn es für Uneingeweihte wie reine Alchemie wirken mag - Liquid selber zu mischen ist weder besonders schwierig noch eine geheime Wissenschaft. Die Gründe, die dafür sprechen, sind gewichtig: Bei der Mischung des eigenen Liquids hat man als Dampfer alles in der Hand - Stärke, Konsistenz und das Aroma sind ganz den eigenen Wünschen überlassen. Damit ist auch der eigenen Experimentierfreude keinerlei Grenze gesetzt. Einen weiteren, nicht ganz unwichtigen Vorteil bietet das selber Mischen von Liquids zudem: Es ist deutlich billiger. Denn die Kombination aus Liquid-Base und verschiedenen Aromen kommt fast in jedem Fall deutlich günstiger als der Kauf eines fertig gemischten Liquids. Damit es von Anfang an gleich klappt, haben wir die wichtigsten Punkte in dieser Anleitung zusammengefasst.

Liquid selbst mischen: Werkzeug und Sicherheit

Eine komplette Laborausrüstung ist zum selber Mischen nicht notwendig. Allerdings gibt es diverse Helferlein, die das selbst Mischen tatsächlich erheblich erleichtern. Wir stellen Sie in dieser Übersicht in der gebotenen Kürze dar. Für beinahe alle Teile gilt: Sie sind in unserem Shop erhältlich.


Flaschen: Gemischt wird idealerweise in Flaschen, weil sich hier alle Inhaltsstoffe durch einfaches Schütteln miteinander vermischen lassen. Gute Flaschen bringen hierbei drei Voraussetzungen mit: Sie sind lebensmittelecht, sie verfügen über einen dichten Schraubverschluss und sie haben idealerweise eine Füllskala an der Seite. Diese Skala erspart die Verwendung einer teuren Präzisionswaage. Selbstverständlich können zum Mischen auch Messbecher verwendet werden - Flaschen sind jedoch einfacher im Handling.

Spritzen: Auch bei der Herstellung einer größeren Menge Liquid werden nur verhältnismäßig kleine Mengen von Aromen benötigt. Zur exakten Dosierung bieten sich hier normale Einwegspritzen an. Idealerweise verfügen diese über eine stumpfe Kanüle, welche das Umfüllen nochmals deutlich erleichtert. Wer nicht gerne Spritzen verwendet, kann auf die etwas teureren Pipetten zurückgreifen.

Unterlage: Ein Liquid zu mischen ist immer eine etwas ölige Angelegenheit. Zudem kann auch bei größter Vorsicht einmal etwas danebengehen. Deswegen sollte eine rutsch- und tropffeste Unterlage zum Einsatz kommen, die auch ein gelegentliches Verschütten von Liquid verzeiht. Wir bieten Ihnen bei uns im Shop entsprechende Matten zum Selbstmischen / Selbstwickeln an.

Handschuhe: Das im Liquid enthaltene Nikotin ist ein Kontaktgift. Das bedeutet, dass es nicht nur bei Inhalieren des Dampfs aufgenommen wird, sondern auch beim Kontakt mit der Haut, wenn etwas verschüttet wird. Deswegen ist es ratsam, bei der Herstellung von Liquids mit Einmalhandschuhen zu arbeiten. Um eine mögliche Verunreigung zu vermeiden, empfiehlt es sicht hier, sterile Einweg-Handschuhe zu verwenden.

Liquid selber mischen: Die Basis

Grundlage jedes selbst gemischten Liquids ist die Basis. Hier stehen zahlreiche Varianten zur Verfügung, die sich in ihren Eigenschaften teilweise recht deutlich unterscheiden. Gerade für Einsteiger besteht hier jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Denn die am meisten verbreitete Basen-Version mit einem Mischungs-Verhältnis von 50/50 ist für jeden Aromen- und jeden Dampfer-Typ gut geeignet. Andere Mischungsverhältnisse werden zumeist von sehr erfahrenen Dampfern verwendet, die tatsächlich auch das letzte bisschen Optimierung aus ihrem Liquid zum selber Mischen ziehen wollen. 
Aber was wird denn bei der Basis überhaupt gemischt? Vornehmlich finden sich in einer handelsüblichen Liquid-Basis drei oder vier Bestandteile. Eigentlich immer enthalten sind Propylenglykol und pflanzliches Glyzerin. Einige Mischungen enthalten ebenfalls noch einen Anteil von Wasser. Alle Stoffe haben in der Basis ihre Berechtigung - das Mischungsverhältnis hat allerdings Auswirkungen auf Geschmack und Konsistenz des Liquids.

Propylenglykol (PG) ist der hauptsächliche Geschmacksträger in einem Liquid. Deswegen befindet sich in fertigen Liquids in der Regel ein recht hoher Anteil davon - spart dies doch teure Aromen. Allerdings wird ein zu hoher Anteil von Propylenglykol von vielen Dampfern als "kratzig" empfunden. Zum Einstig ist also eine Basis zu empfehlen, die nicht mehr als 50 Prozent PG enthält.

Pflanzliches (oder vegetabiles) Glyzerin (VG) sorgt neben einer zähflüssigeren Konsistenz auch für eine erhöhte Dampfbildung. Damit ist es ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Dampfgenusses und sollte in keiner guten Basis fehlen.

Wasser wird beigemischt, um ein Liquid nicht zu dickflüssig werden zu lassen. Denn sobald die Viskosität des Liquids zu hoch wird, kann es ansonsten nur noch in sehr leistungsstarken Verdampfern verwendet werden. Ist der Anteil an VG also sehr hoch, sollte sich auch Wasser in der DIY-Base befinden.

Nikotin: Fast alle Dampfer schätzen auch die Wirkung des Nikotins in ihrem Liquid. Wie viel davon die eigene DIY-Mischung enthalten sollte, ist sehr dem individuellen Geschmack unterworfen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass seit dem 20.05.2017 Basen (> 10 ml) nur noch mit 0 mg / ml Niktoin angeboten werden. Das Nikotin wird über sogenannten Nikotinshots im richtigen Mischverhätlnis beigefügt.

Liquid selbst mischen: Aroma

Der zweite, wichtige Bestandteil des selbst hergestellten Dampfgenusses sind die Aromen. Hier sind beim selber mischennaturgemäß nur wenige Grenzen gesetzt. Zahlreiche Anbieter haben sich auf eigene Stilrichtungen für Dampfer-Aromen spezialisiert. Einige verwenden als Ausgangspunkt die in der Lebensmittelchemie üblichen Ester als Ausgangsstoffe, andere setzen vollständig auf eigene Kreationen.
Für Einsteiger gelten hier eigentlich nur zwei Regeln: Erstens sollten sie sich vorsichtig an die ideale Mischung herantasten. Und zweitens lohnt es sich, mit kleineren Mengen der Base auch einmal etwas gewagtere Kreationen auszuprobieren. Hier bietet es sich an, neue Versuche vor allem mit Base ohne Nikotin zu starten, denn diese ist deutlich günstiger. Alle Aromen sind lebensmittelecht und grundsätzlich bedenkenlos untereinander mischbar. Und wer weiß - vielleicht wird das selbst kreierte Mango-Pflaume-Waffel-Aroma ja tatsächlich zum perfekten Genuss?

Liquid selbst mischen: Berechnung

Als Richtwert für das Aromatisieren des eigenen Liquids kann - je nach Hersteller . eine Mischung von 3-15% angesehen werden. Das bedeutet, dass zu einer möglichst genau abgemessenen Menge Basis 3-15% Aroma beigemischt werden.

Hier ein kleine Rechenbeispiel für ein Aroma mit einer Dosierempfehlung von 3%:

Es sollen 100 Milliliter Liquid hergestellt werden. Beim selber Mischen werden also 97 Milliliter Base und drei Milliliter Aroma miteinander vermischt, wenn ein dreiprozentiges Liquid entstehen soll.

Bei 6% Dosierempfehlung sieht das Ganze dann wie folgt aus:

Für ein Liquid, das eine Stärke von sechs Prozent haben soll und von dem 50 Milliliter hergestellt werden sollen, zeigen wir den vollständigen Rechenweg auf:

50 (ml) / 100 * 6 (%) = 3 (ml) Es werden hier also 3 ml Aroma und 47 ml Base benötigt.

Am einfachsten ist es, die Zutaten in einer Misch-Flasche, die über eine genaue Skala verfügt, zu mischen, diese zu schließen und dann gründlich zu schütteln.

 

-> Anleitung Liquidrechner <-

Dampfen oder warten?

Zwar sind es nur wenige Handgriffe bis zur Herstellung eines eigenen Liquids, einen Haken gibt es aber jedoch. Nicht jedes Aroma verbindet sich sofort mit der Base. Dementsprechend kommen die eingesetzten Aromen im DIY-Liquid auch nicht sofort vollständig zur Geltung. Hier lohnt es sich, das neue Dampferlebnis ein paar Tage aufzuschieben, um das Liquidentsprechend nachreifen zu lassen. Nach spätestens drei - sechs Tagen (und gelegentlichem Schütteln) sollte der neu erschaffene Dampfgenuss jedoch bereit zur Verwendung sein. Gegebenenfalls sollte eine kleine Menge direkt nach Herstellung probiert werden, um die Unterschiede und den idealen Reifegrad festzulegen.

 

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